Das Märchen von den Waldmäusen

Vor vielen Monden lebte draußen im Wald einmal ein Mäusevolk. Das besaß alles, was es zum Leben brauchte. Der Wald war voll von Nahrung, überall sprudelten frische Quellen und es gab die schönsten Höhlen, in denen die Mäuse wohnen konnten.

Doch das Leben im Wald war nicht ungefährlich, denn hier gab es Wildkatzen und viele andere Tiere, die nichts lieber fraßen als die kleinen Mäuse, sodass diese stets aufmerksam und wachsam sein mussten. Eines Tages kamen die Mäuse daher auf die Idee, dass ihr Leben bestimmt viel einfacher und angenehmer wäre, wenn man die Fressfeinde auslöschen würde. Die Propaganda, dass die Fressfeinde schuld an allen Problemen wären, verbreitete sich rasend schnell, und mit der Zeit bekamen die Mäuse eine Heidenangst vor den gefährlichen Monstern. Schließlich kam es zu einer Volksabstimmung und die Mäuse beschlossen einstimmig, dass von nun an alle Fressfeinde getötet werden müssten.

Es folgte ein harter und erbitterter Krieg, der letzten Endes mit der totalen Ausrottung aller Fressfeinde in der Region endete. Zunächst jubelten die Mäuse, doch schon bald wurde ihnen klar, was sie da angerichtet hatten. Denn all die Tiere waren ein wichtiger Bestandteil des Naturkreislaufs. Ohne sie konnten sich die Mäuse nun ungehemmt vermehren, und da es auch keine Gefahr mehr für sie gab, mussten sie auch nicht mehr aufmerksam sein. Ihre einst geschärften Sinne waren nicht länger von Bedeutung und die Mäuse wurden unachtsam, dass sie sich nur noch in den reinen Mäusegebieten bewegen konnten. Um das auszugleichen, erschufen sie Sklaven, bauten sich Mäusepaläste und errichteten sich eine eigene Welt nur für Mäuse, die mit ihrem ursprünglichen Lebensraum nichts mehr zu tun hatte.

Bald schon bemerkten sie, dass ihr Volk so viele Anhänger hatte, dass sie auf natürliche Weise unmöglich genügend Nahrung und Rohstoffe gewinnen konnten. Doch auch dies hinderte die Mäuse nicht daran, sich immer weiter zu vermehren, bis ihre Zahl schließlich auf das Millionenfache angestiegen war. Nun sahen sie sich selbst als die Spitze der Nahrungskette und als die intelligenteste Spezies an, die es je gegeben hatte. Sie ernannten sich selbst zum Herrscher der Welt und glaubten, dass sie durch nichts mehr aufgehalten werden konnten, da ja ihre natürlichen Feinde verschwunden waren.

Plötzlich aber kam eine besonders kluge Maus und fragte: „Haben wir ohne die Katzen wirklich ein besseres Leben? So lange wir in unserer natürlichen Umgebung mit unseren Fressfeinden gelebt haben, haben wir uns von 4.800 verschiedenen Wildpflanzen ernährt, die wir an unterschiedlichen Standorten gesammelt haben. Heute nutzen wir gerade einmal 34 Kulturpflanzen, die wir alle auf riesigen Feldern anbauen, in deren Erde sich kaum noch Nährstoffe befinden. Durch die Züchtung haben wir es geschafft, dass die Früchte in immer weniger Zeit immer größer werden, ohne dabei aber mehr Mineralien oder Sonnenlicht zu erhalten. Wundert ihr euch da wirklich, dass diese Kulturpflanzen im Schnitt 286 Prozent weniger Energie enthalten als unsere frühere Wildnahrung?

Die Tiere, die wir zuvor in den Wäldern gejagt haben und die ein freies und gesundes Leben führen konnten, leben nun zu Zehntausenden aufeinander gedrängt in riesigen Masthallen, können sich kaum mehr bewegen, bekommen keine Sonne mehr, müssen ungesundes Kraftfutter fressen und werden mit chemischen Medikamenten vollgepumpt, die sich dann im Fleisch anreichern. Ist es da wirklich verwunderlich, dass plötzlich Krankheiten und sogar Seuchen entstehen? Aber sind wir deswegen satter? Nein, 30 Prozent aller Mäuse hungern und gleichzeitig werfen wir 70 Prozent unserer Nahrung weg, ohne dass sie verwendet wird. Damit wir Stadtmäuse unser Luxusleben führen können, benötigt jede Maus im Schnitt 34 Sklavenmäuse, die sich mit ihrer nicht artgerechten Arbeit oft zu Tode schuften.

Als Wildmäuse lebten wir in harmonischer Gemeinschaft zusammen, doch heute sind wir selbst zu unserem größten Feind geworden. Wir bauen Waffen, führen Kriege verletzen und vergewaltigen uns gegenseitig und leben in ständiger Angst vor Anschlägen oder Überfällen. Aber auch alle anderen Wesen leiden unter unserer Lebensweise. Innerhalb kürzester Zeit haben wir mehr als die Hälfte der weltweiten Waldfläche gerodet und jedes Jahr fällen wir weitere elf Milliarden Bäume. Dadurch zerstörten wir den Lebensraum unzähliger Tiere, sodass jährlich 5.800 Tierarten aussterben. Allein durch unsere Gier nach Fisch haben wir mit unseren industriellen Fangmethoden in nur 60 Jahren 90 Prozent aller Fischbestände ausgerottet. Das Schlimmste dabei ist jedoch, dass wir für jeden Fisch, den wir essen, 53 Meerestiere wieder tot ins Meer zurückwerfen, ohne sie zu nutzen.

Der Zwang, ständig immer etwas Neues haben zu wollen, führt dazu, dass wir Unmengen an Müll produzieren, der einfach in der Welt zurückbleibt. In jedem Quadratkilometer Meer schwimmen bereits rund 46.000 Plastikteile, die zu Müllinseln zusammengetragen werden, die teilweise größer als Europa sind. 93 Prozent aller Eissturmvögel haben Kunststoffteile im Magen, weil sie diese mit ihrer Nahrung verwechselten. Den Schildkröten, Fischen und Muscheln geht es nicht besser.

Für unsere Medikamente und Schönheitsprodukte quälen wir Ratten, Meerschweinchen und andere Versuchsobjekte, setzen sie unter Drogen, verstümmeln sie und reiben ihnen ätzende Substanzen in die Augen. Warum? Damit wir jährlich 1,2 Millionen neue Chemikalien entwickeln können, über deren Wirkung wir uns dann aber trotzdem nicht sicher sind und die sich überall in unseren Kleidern, Pflegeprodukten und Haushaltswaren befinden.

Doch damit nicht genug! Um uns das Leben leichter zu gestalten, haben wir ständig neue Maschinen erfunden, die immer lauter und lauter wurden. Wir sind umgeben von Autos, Flugzeugen, Motorsägen und vielem mehr, sodass es kaum noch einen Ort gibt, an dem man nicht von Lärm umgeben ist. Wundert es da, dass 50 Prozent aller Mäuse einen Hörschaden haben?

Trotz all der Erfindungen ist unser Leben aber kein bisschen entspannter geworden. Als Waldmäuse brauchten wir gerade einmal drei Stunden pro Tag, um uns mit allem zu versorgen, was wir benötigen. Heute müssen wir im Schnitt zwischen acht und zwölf Stunden täglich arbeiten, und selbst wenn wir nach Hause kommen, können die meisten von uns nicht abschalten, sondern nehmen den Stress mit ins Bett. Dass all der Lärm, der Stress, das Gift und die Mangelernährung nicht ohne Folgen bleiben, braucht niemanden zu wundern:

  • 22 % aller Mäuse haben heute zeitweiligen Tinnitus und 5 Prozent hören das schrille Klingeln permanent.
  • 23 % der Mäuse haben Bluthochdruck.
  • 43 % der Mäuse haben Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • 25 % der Mäuse haben Krebs.
  • 50 % der Mäuse haben Übergewicht.
  • 31 %  der Mäuse haben haben Allergien.
  • 25 %  der Mäuse haben haben Rheuma.
  • 18 %  der Mäuse haben chronische Rückenschmerzen.
  • 11 %  der Mäuse haben Depressionen.
  • 8 %  der Mäuse haben Diabetes.
  • 8 %  der Mäuse haben Migräne.
  • 7 % der Mäuse haben Atemwegserkrankungen.
  • 1,3 % der Mäuse haben Demenz.
  • 90 %  der Mäuse haben Karies.
  • 63 %  der Mäuse haben so schlechte Augen, dass sie eine Brille benötigen.
  • 50 %  der Mäuse haben psychische Probleme, weil die moderne Mauswelt so abstrakt geworden ist, dass sie nicht mehr damit zurecht kommen.
  • 45 % der Mäuse haben von uns schaffen es nicht einmal bis zur Mausrente, sondern brechen zuvor an Stresssymptomen zusammen, werden arbeitsunfähig oder sterben.

Und dass alles, obwohl wir glauben, dass unser Gesundheitssystem das modernste und fortschrittlichste aller Zeiten ist.“ Und noch einmal fragte die Maus:

Sind wir wirklich gesünder und zufriedener als zu der Zeit, als unsere Fressfeind noch lebten und wir ein Teil der Natur waren?

Aus dem super-coolen und wahrhaftig geschriebenen Buch „Die natürliche Heilkraft der Bäume„. Erlaubt von den sehr netten Autoren Heiko Gärtner, Tobias Krüger und dem mgvverlag. Herzlichen Dank und euch weiterhin eine gesunde, lehrreiche und wundervolle Wanderschaft rund um die Welt!

Die natürliche Heilkraft der Bäume

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