Es ist Zeit zum Schlafen gehen. Ich bitte die Geister um den nächsten Schritt auf meinem Weg. Sie wissen am besten, was als nächstes für mich dran ist.

Meine Welt steht gerade etwas auf dem Kopf. Ich beschäftige mich mit Wissen, bei dem ich mich frage, ob ich es tatsächlich wissen will. Doch es kündigt sich bereits seit einigen Monaten an, auch an anderen Stellen in meinem Umfeld. Von daher weiß ich, dass ich wieder einmal recht konkret herangeführt werde.

Wissen, dass sich um Blutlinien dreht, die seit Urzeiten verteidigt werden. Wissen, das sich um energetische Schlangenlinien dreht, die nicht nur Stonehegde mit dem britischen Königshaus und vielem mehr verbinden. Wissen über Rituale, deren Inhalt ich langsam von der Ausrichtung her nachvollziehen, wenn auch nicht begreifen und emotional schon gar nicht verstehen kann.

Erwachen. Auch in diesen Bereichen. Und ich bin nicht die Einzige. Wohl auch nicht die einzige Verrückte, die sich diesem ganzen Wahnsinn stellen wird. In welcher Form auch immer die Geister es für mich vorgesehen haben.

Doch erst gehe ich wieder einmal schlafen und möchte gar nicht darüber nachdenken, wovon ich mit diesem neuen Wissen vielleicht heute Nacht träumen könnte. Es kommt auch anders, als angenommen. Die Geister sind gnädig und führen mich in eine andere Thematik ein…

Der verzweifelte Vater nimmt Abschied

Ich träume. Zusammen mit Susi sitze ich in einem Büro. Überall sind Computer aufgestellt, noch mit Röhrenbildschirmen. Im ganzen Raum herrscht emsiges Treiben. Auch aus den Nachbarräumen erklingen ähnliche Geräusche wie bei uns. Wir wickeln Fälle ab. Zeit ist Geld. Schnell und unpersönlich werden Listen abgearbeitet. Uniformierte Männer gehen ein und aus. Die Farben sind grau eingefärbt.

Plötzlich geht die Tür auf und ein Mann erscheint ohne Klopfen direkt im Raum. Er wirkt gehetzt. Seine Haare sind verstrubbelt und das Hemd hängt ihm halb aus der Hose. Seine geröteten Augen verraten, dass er vor kurzem weinte.

„Ist das alles? Ist das wirklich alles, was ihr tut?“ ruft er quer durch den Raum und lässt seinen Blick wandern. Ich sehe ihn an und spüre ihn. Seine Augen bleiben bei mir hängen. Er kommt auf mich zu.

„Ist das wirklich alles, was er euch wert war? Letzter Atemzug und fertig? Stempel drauf und nächster Fall?!“ schreit er mich an. „Er war mein Sohn. Verdammt noch mal er war mein kleiner Sohn! Und jetzt ist er einfach weg. Einfach so!“ Er zittert und sein flehender Blick durchdringt mich.

Ein Zeitsprung passiert. Wobei es sich gar nicht nach Zeit anfühlt. Die Ereignisse scheinen parallel abzulaufen. Ein Junge zeigt sich mir. Kevin ist sein Name. Er ist ca. neun Jahre alt. Ein süßer kleiner Kerl. Er spielt gerne Fußball, hat einen sehr aufgeweckten Geist und ist mir absolut sympathisch.

Kevin zeigt mir, was passiert ist. Er ist von unserer Welt gegangen. Nicht, weil ihm etwas unerwartet schlimmes passiert ist. Nein, es war seine Zeit. Alles ist genauso geschehen, wie es vor seiner Inkarnation vorgesehen war. Er hat seine Aufgabe auf unserer Ebene erfüllt. Jetzt darf er weiter gehen. Er freut sich so sehr darauf. Er weiß schon, was ihn erwartet.

Doch die Verzweiflung seines Vaters hält ihn noch zurück. Sie bindet ein Stück von ihm noch bei uns. Sein Vater hört ihn leider nicht, weil die Frequenzen der beiden zu unterschiedlich sind. Er möchte ihm so gerne noch einige Dinge sagen. Damit sein Vater loslassen kann. Damit er weiß, wie schön es ist, wenn man weiß, was hinter den Nebeln kommt. Damit er sich mit ihm mitfreuen kann und sich auf seine eigene Aufgabe besser konzentrieren kann, bis er auch weiter gehen darf.

Es braucht einen Mittler, verstehe ich. Das ist Neuland für mich. Und doch ist es ganz einfach. So bringe ich die beiden zusammen. Ihre Energien verschmelzen mit meinen. Die Kommunikation findet auf Ebenen statt, die ich nicht in Worte fassen kann. Zeit bleibt stehen.

Alles passiert auf einmal. Alles ist so natürlich. Alles geschieht von selbst. Wir mussten uns dazu nur alle öffnen. Es braucht keine Regeln. Hier geschehen Dinge, die über unseren weltlich eingesperrten Verstand sind. Wundervolle Dinge. Die Liebe trägt uns in aller Tiefe.

So verabschieden sich die beiden in aller Ruhe und ein Stück mehr vom großen Ganzen darf sich zurück in die kosmische Harmonie auflösen.

Der Raum der Integration

Die Ebenen wechseln. Ich bin irgendwo anders. In einem leeren Raum, in dem ich die Lektion in Ruhe integrieren kann, die ich gerade lernen durfte.

Ich frage mich, warum so viele diese Art von Verabschiedungen verloren haben auf der Erde. Ich frage mich, warum so viele vergessen haben, dass es überhaupt keinen Grund für Trauer gibt, wenn jemand seinen Körper ablegen und in die nächste Ebene wandern darf.

Wir sollten feiern. Wir sollten tausend Lichter anzünden und uns dankbar mit den glücklichen Erinnerungen verbinden, um den Übergang leichter zu machen. Diese Tradition ist einfach verloren gegangen. Unter all den Schatten der Zeit.

Ich wache auf.

Veränderungen sind möglich

Und wieder bleibt die Essenz, dass sich einiges ändern darf. Es bleibt die Essenz, dass wir viel verloren haben, was Teil der Harmonie war.

Und auch hier gibt es keinen Grund, sich deshalb in Verzweiflung zu stürzen. Denn genau das sind die Energien, welche die Disharmonien weiter nähren. Niedrige Schwingungen sind genau deren Lebenselixier. Deshalb ist Gleichgewicht so wichtig, auch wenn es manchmal noch so schwer fällt.

Freuen wir uns, dass wir uns an solche Dinge wieder mehr erinnern dürfen. Freuen wir uns, dass die Geister uns immer tiefer zurückführen. Immer mehr finden in die Stille. Immer mehr von uns fangen an Dinge zu hinterfragen. Immer mehr von uns denken wirklich ihre eigene Gedanken und fragen sich nachhaltig so lange, was sie wirklich wollen, bis sie es irgendwann richtig greifen können.

Es ist ein Weg. Es ist ein Prozess. Wir sind unterwegs. So viele sind auf diesem Weg. Wir entdecken Räume, wie wir mehr wir sein können. Klitzekleine Räume sind es am Anfang. Doch sind sie noch so klein – mit ihnen fängt alles an. Die stetige Wiederholung einer Absicht, von Worten, von Taten lässt uns die größten Berge auf unserem Weg versetzen. Immer, immer, immer!

Es ist ein universales Gesetz. Manche Kräfte wollten uns das vergessen lassen. Doch in Wahrheit sind wir viel mächtiger als sie. Daran erinnern sich gerade wieder viele von uns. Es werden immer mehr. Die Masse erwacht. Langsam, aber stetig.

Danke! Für diese Erinnerung. Danke, für diesen Traum!