Fließende Wellen. Unendlichkeit. Alles ist verbunden. Jede meiner Zellen fühlt. Das Fühlen durchzieht meinen ganzen Körper. So schön fühlt es sich an. So möchte ich bleiben. Alles ist. Alles ist erfüllt. Ich spüre einfach alles. Es gibt keine Fragen. Keine Zeit. Keinen Raum. Keine Grenzen. Ich bin. Irgendwie bin ich alles. Ich muss es mir nicht erklären. Es ist einfach nur wunderschön so zu sein. Überall kribbelt es ganz leicht in mir. Alles ist so intensiv. Was für ein Gefühl. So möchte ich bleiben. Genau so.

Wieder zurück. In dieser Realität. Ich bin ein Tropfen. Einer von unendlich vielen Tropfen. Ich fließe. Mit dem Leben fließe ich mit. Mal mehr. Mal weniger. Manchmal kann ich nicht fließen, weil in der heutigen Zeit die Wege künstlich beengt wurden. Das macht mich traurig. Doch Wasser kommt überall durch. Es sucht sich seine eigenen Wege. Früher oder später. Es lässt sich nicht begrenzen. Von niemandem. Mal ist es deshalb zerstörerisch. Mal ist es nährend. Mal scheint es einfach nur still zu sein. Und doch ist es immer in Bewegung. Manchmal sieht es so aus, als ob es ganz versiegt. Doch wirklich weg ist es niemals.

Ein Tropfen kann ein Fass zum Überlaufen bringen, heißt es. Ein einzelner Tropfen kann das. Mit Hilfe von allen Tropfen zusammen. Ein Tropfen möchte ich sein. Welcher ist mir egal. Ein Tropfen, der seinen kleinen Beitrag dazu leistet, damit sich im Gesamten wieder etwas dreht. Ich wünsche mir von Herzen Gleichgewicht. Überall. Ich wünsche mir viele Dinge. Mir ist es egal, ob manche das Ego nennen oder nicht. Doch ich wünsche mir mehr Ehrlichkeit, mehr Wahrhaftigkeit, mehr angstfreie Liebe, mehr angstfreies Sein. Vertrauen. Verbundenheit. Offene Herzen. Ich möchte gerne so ein kleiner Tropfen sein, der in diese Richtung fließt. Der sich nicht von einem Fass begrenzen und stumm in eine Form pressen lässt. Ein Tropfen, der frei fließt. Wild, stürmisch, lustig, frech, liebevoll….

LIEBEvoll…. Ja, die Liebe. Ich trage so viel Liebe in mir. Auch sie ist noch immer begrenzt. So viel zeige ich noch nicht davon. Doch die Grenzen fallen. Stück für Stück. Am liebsten möchte ich es in die ganze Welt hinaus schreien. Ich liebe. So vieles. In den unterschiedlichsten Arten. Die Blockaden bröckeln. Ich sprenge sie immer mehr. Und tanze damit vielleicht aus der Reihe. Doch dann bin ich halt noch etwas ver-rückter, als ich es doch eh schon für so viele bin. Ver-rückt vor Liebe. Ver-rückt im Sein. Meine Güte. Das ist dann meins. Und doch ist es auch deins. Und irgendwie ist es doch auch immer alles unseres. Denn alles ist eins.

Diese Liebe drängt nach außen. Sie will sich nicht einsperren lassen. Als Tochterliebe, als Schwesterliebe, als wahre Herzensliebe, als Bruderliebe… Mit jedem Lächeln beim Bäcker, wenn mir jemand die Türe aufhält. Mit jedem Dank an einen Autofahrer, der mich über die Straße gehen lässt. Mit jeder Hilfsbereitschaft, die ich anbiete und angeboten bekomme. Mit jeder kleinen Extrahandlung für die immer Zeit ist. Mit jedem Gedanken an die Liebe. Mit jeder Erinnerung an eine besondere Begegnung. Mit jedem Atemzug, der gerade den Geruch von Flieder einfängt. Mit jedem Herz, das ich in der digitalen Welt verschicke. Denn die verschicke ich nicht einfach nur so. Mit jedem Lächeln, weil mich jemand berührt oder belustigt hat.

So ein Tropfen will ich sein. Deshalb übe ich mich darin, wie man ein solcher Tropfen ist. Und irgendwann wird einer von uns Tropfen das Fass wieder zum Überlaufen bringen. Ich glaube daran, dass wir immer mehr werden. Glaube versetzt Berge. Also wird das auch passieren. Vielleicht sogar schneller als wir denken. Und dann dreht sich wieder alles. Hier auf diesen wunderschönen Planeten. Dann kommen wir tatsächlich wieder ins Gleichgewicht. In Harmonie. In Liebe. In die Mitte.

Was in die eine Richtung funktioniert, das ist auch immer andersherum möglich. So glaube ich daran und halte an diesem Glauben fest, beschütze ihn und bewahre ihn tief in meinem Herzen. Als kleiner Tropfen unter vielen, der die Wärme von Vater Sonne aufnimmt, sich von Mutter Erde tragen lässt und fließt. Ein kleiner Tropfen, der eine Pflanze nähren möchte – die Pflanze des Gleichgewichts und der Liebe.

Text: Manuela Rohr
Bild: Pixabay
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