Ein Traum. Ein Sturm zieht auf und im ersten Moment merke ich es nicht. Bruder Wind bläst so stark, dass es mich hin und her wirft. Großmutter Wasser lässt das Wasser wild in Massen strömen.

Wo bin ich? An einem Ort, der neu für mich ist. Ich befinde mich außerhalb vertrauter Grenzen. Nun gilt es, auf das Herz zu hören. Doch auch das Ego meldet sich zu Wort. Neue Erfahrungen warten auf mich. Meine Emotionen tanzen. Im Wind. Auf und ab und hin und her. Immer schneller. Immer wilder. Immer wirrer.

Es zeigen sich Zeichen am Horizont. Viele Zeichen. Sehnsüchte, die mich anlocken. Weg von mir selbst. Wie ein Sog. Mutig folge ich ihnen. Denn auch mein Herz sagt, geh dorthin. Das Ego freut sich, denn es will gefüttert werden. So verlasse ich meine Mitte. Diese Mischung ist nicht optimal und doch kriege ich sie im Jetzt noch nicht besser hin. Soll ich deshalb lieber im Stillstand verharren, frage ich mich. Doch bin ich schon unterwegs und der Sog zieht mich in diese neuen Erfahrungen.

Der Sturm wird wild und immer wilder. Meine Emotionen schlagen so hohe Wellen, dass es schmerzt. Doch nicht vom Neuen. Es ist der Stillstand des Alten, der mich verletzt. Ich bin irritiert und versuche mich festzuhalten. Doch nirgends finde ich halt. Wobei… Ich merke das stimmt nicht. Ein paar wenige Seelen halten mir die Hand. Viele haben losgelassen, deren Hände ich zuvor hielt. Auch das schmerzt. Doch so ist es nun einmal. Und ein paar wenige halten. Sie machen mir Mut. Sie stärken mich in meinem Sein. So wunderschöne farbenfrohe Seelen.

Langsam wird es wieder leiser. Die Stille kehrt zurück. Ich finde in meine Mitte und stoße wieder auf meinen wahren Kern. Dort ist mein Herz. Dort ist meine Seele. Das Gleichgewicht. Alles ist verbunden. Und wieder gab es eine Welle. Eine Welle des Wachstums. Der Erkenntnis. Der Erfahrung. Der Bewegung.

Der Stein, der ins Wasser gefallen ist, zieht immer größere Kreise. Die Bewegung ist unaufhaltbar. Wie alles. Ausdehnung und Zusammenziehen. In Unendlichkeit. Der Sturm war reinigend. Vieles ist gegangen. Nur wenig ist geblieben. Langsam gewöhne ich mich daran.

Das, was bleibt, berührt mich sehr. Vertrauen wächst. Schicht um Schicht. Da fällt das Loslassen leicht. Je mehr Vertrauen wächst, desto weniger wird krampfhaft gehalten. Die Leinen der Erwartungen werden gekappt. Einfach sein. So wird der Raum immer weiter.

Und doch gibt es das ein oder andere Band. Ohne Zwang. Ein Band aus Freude, Lebenslust und Dankbarkeit. Ein Band aus Freundschaft und aus liebevoller Menschlichkeit. Es bildet sich in jeder Sekunde neu. In jeder Sekunde, in der wir es wollen.

In guten, wie in schlechten Zeiten. In Unendlichkeit. Im Jetzt.

Ari