Mit Emotionen hab ich es. Schon immer irgendwie. Bereits als kleines Mädchen lernte ich recht bald die Emotionen um mich herum zu lesen. Damals war das ein Werkzeug zum Überleben für mich. Ein Frühwarnsignal für Rückzug sozusagen.

Es gab Zeiten, da hab ich nicht viel gesprochen. Ich hab mich lieber in meine Bücherwelten verkrochen oder stundenlang Keyboard gespielt. Alte Sachen. Die Moldau-Melodie und solche Geschichten. Damals standen diese Lieder einfach in den Lehrbüchern.

Mit Büchern und Musik konnte ich in eigene Welten eintauchen. Dort malten Emotionen wundervolle vielschichtige Bilder voller Abenteuer, Aufregung und spannenden Lernreisen. So liebte ich Geschichten wie vom doppelten Lottchen, Hanni und Nanni und auch die Nibelungen-Saga hat mich schwer begeistert. Am Ende wurde immer alles gut. Das gefiel mir.

In manchen dieser Bücher stand in sauber geschriebener Handschrift der Mädchenname meiner Mutter am Anfang. So alt waren diese Bücher schon. Ich las sie halt 20 Jahre später noch einmal. Perfekt. Manu, ein Buch, dann noch eine Badewanne und wenn ich viel Glück hatte, ein bisschen Schokolade. So war ich in meinem eigenen Paradies und bin abgetaucht in die schillernden Welten. Mehr brauchte mein Paradies für mich nicht.

Bei der Musik war es ähnlich. Musik zu machen beruhigte mich. Die Musik war geordnet, nach Plan erlernbar und doch gab es so viele Zwischenräume, in denen man Noten mit eigenem Gefühl belegen konnte. Je mehr ich übte, desto mehr konnte ich dabei loslassen. Manchmal fühlte ich mich, wie ein total verrückter Pianist, der mit fliegenden Händen nur so auf den Tasten turnt. Ich versank in den Melodien. Ich flog auf den wundervollen Noten irgendwie dem Himmel entgegen.

Je lauter ich machen konnte, desto intensiver empfand ich alles. Manchmal schallten die Töne so laut durchs Haus, dass der Lautsprecher vom Keyboard sich vor lauter Überforderung überschlug. Doch ich war einfach nicht mehr da. Ich floss mit der Moldaumelodie einfach überall hin. Zwei oder drei Stunden waren gar nichts. Danach war ich wie aufgeladen. Glücklich. Befreit.

Wenn Emotionen nicht mehr transformierbar sind

Irgendwann lernte ich dann in den ersten zwanzig Lebensjahren die Lektion kennen, was passiert, wenn man zu viele Emotionen von anderen aufnimmt, die man nicht mehr selbst transformiert kriegt. Natürlich wusste ich damals noch nicht wirklich, dass ich durch das Hören, Sehen, Fühlen, Schmecken und Riechen des Außens auch Emotionen von anderen in mich aufnehmen kann. Was natürlich überhaupt kein Drama ist, wenn es schöne Emotionen sind, die im Kreislauf miteinander ausgetauscht werden.

Leider waren es nicht nur schöne Emotionen und mein Speicher (Unbewusstsein) war schon ganz schön voll davon. So konnte ich das Ganze irgendwie nicht mehr händeln, wie ich es so lange gewohnt war: Nach außen gute Laune zu versprühen und den Schmerz einfach immer nur wegzuschieben und abschneiden, klappte einfach nicht mehr. Er fing immer mehr aus mir herauszubrechen an. Das wollte ich natürlich nicht, weil ich gefallen wollte.

Eines Tages kam dann die Trennung von meinem ersten Freund, mit dem ich zusammenwohnte. Er sagte, er würde sich umbringen und solche Dinge. Das war nicht wirklich sein Ernst, doch auch das wusste ich damals nicht. Und so fühlte ich mich schuldig. Deshalb fing ich einfach an, nichts mehr zu essen. Damit es mir eben auch nicht gut geht. Weil das ja nicht sein darf, wenn jemand anderes wegen mir unglücklich ist. So nahm die Spirale ihren Lauf.

Fünf Jahre wirklich übelst intensivste Bulimie folgten. Der Solarplexus, der unter anderem für die Verwertung der aufgenommen Energien und den Magen zuständig ist, kippte völlig. War ´ne heftige Zeit. Und doch war sie eine der lehrreichsten.

Interessanterweise werden bei allen Übungen, in denen es um den Ausgleich der Chakren geht, immer Solarplexus und das Halschakra zusammen bearbeitet. Sie liegen sich sozusagen gegenüber. Was auch ganz gut passt. Denn schluckt man immer nur Energien und weist sie nicht in wahrhaftigem Frieden in Worten oder einem sonstigen Ausdruck (Halschakra) wieder zurück, kippt auch die Energie im Halschakra. Die beiden Chakren sind einfach speziell miteinander verbunden. Ist eines nicht harmonisch, ist es das andere auch nicht.

So vieles hängt immer wieder zusammen. Dafür braucht es keine Bücher. Die Grundlagen reichen oft schon. Der Rest ergibt sich, wenn man die Kunst des Beobachtens meistert. Die Beobachtung vom Innen und vom Außen. Hier kommt wieder das Halschakra zum Einsatz und das, was ich so gerne als „Hören mit allen Sinnen“ bezeichne.

Um wahrhaftig mit allen Sinnen Hören zu können, ist es wichtig den Geist frei von Verzerrungen zu machen. Wie das geht? Dafür gibt es unendlich viele Möglichkeiten. Kehren wir zum Beispiel zur Musik zurück. Klänge sind unglaublich faszinierend. Wenn du wahrhaftig in deiner Essenz denken möchtest, höre dir einfach mal Frequenzen von 7,83 Hz an. Das ist der Urklang von Mama Erde. Sie hilft dir immer. Sie bringt dich ins Gleichgewicht (Erde vereint alle Elemente in sich), egal ob du in den Wald gehst, ihre Klänge hörst oder von überall aus ihre Energien bewusst in deine Beine fließen lässt.

Sie hilft uns immer. Uns Kindern der Erde. Denk an sie und „höre“ mit dem Fühlen zu, wie ihre Energien durch dich fließen. That´s it! 🙂

Unerklärbare Wut ergründen

Die Urwurzel von jeder disharmonischen Emotion ist Angst. Daraus entsteht allerlei Gewächs, wenn man sich nicht rechtzeitig darum kümmert. Wut ist ein Beispiel davon.

Aktuell hatte ich wieder Wut. Wut, deren Wurzel mir eine ganze Zeit lang nicht klar war. Egal, wie ich es drehte und wendete, ich konnte sie nicht loslassen. Rückzug, Vergeben, Loslassen – wirklich nichts hat geholfen. Ich kam mir schon richtig schlecht vor. Hatte oberflächlich irgendwie den Eindruck, dass ich gar nicht wütend sein darf. Genug Leute, die sich ungefragt einmischten, hatten mir das ja auch immer wieder gesagt.

So stand ich da mit meiner Wut. Und war wütend, dass ich wütend bin. Ich war wütend, weil ich einfach nicht damit aufhören konnte. Ich war wütend, dass diese Leute anscheinend Recht haben und ich irgendwie einfach verkehrt bin. Ich war wütend, weil ich anscheinend darüber hinaus sogar noch zu blöd dafür bin, ernsthaft die Quelle meines Problems zu erkennen, wo genau ich verkehrt bin. Das hat mich ganz schön gefordert. Manchmal fühlte ich mich wie ferngesteuert. Denn die Wut manifestierte sich auch in Worten, wenn ich mit den entsprechenden Begegnungen wieder dorthin geführt wurde.

Außerdem war ich wütend, weil mich diese Wut aus einem wirklich schönen Bewusstseinszustand herausführte, für den ich ziemlich viel tun musste. War schon recht verzwickt das Ganze. Mei o mei… Und auch etwas komplex. Doch dann wurde mir klar, dass das doch nicht einfach nur so sein kann. Ich bin generell kein grundlegend wütender Mensch. Ich liebe Harmonie und tue auch viel dafür, um sie zu erzeugen. Auch ohne, dass immer 1:1 was zurückfließen muss.

Und so ging ich in mich. Verband mit mit Mama Erde. Immer tiefer. Dann scannte ich als erstes die Energien der ganzen Meinungen durch, die ich immer wieder ungefragt von Außenstehenden an den Kopf geworfen bekam. Von einer Handvoll Menschen, die mir mal wichtig waren. Und an dieser Stelle wurde mir klar, dass alle nur Bruchteile des Ganzen sehen konnten und die Lücken mit Eindrücken füllten, die aus ihren unbewussten Wunschvorstellungen kamen. Sie hielten an etwas fest und unbewusste Ängste ließen sie die Lücken ihre Bilder idealisieren. Zu meinem Nachteil.

Das half mir schon mal, mich von dem Außen von anderen abzukoppeln. Weil ich es nachvollziehen konnte. So verließ mich direkt ein Stückchen Wut  und kam als reine Energie wieder zu mir zurück. Dann ging ich weiter in den eigentlichen Teil hinein, der mich immer wieder so wütend machte. Ich ließ völlig los von der Vorstellung, wie meine Gefühle zu sein haben, damit mich die anderen verstehen können und mich lieb haben. Ich scannte einfach unabhängig davon alle Energien der Vergangenheit noch einmal genau durch.

Meine Wut bestätigte sich wieder. Weil ich mit den Situationen aus der Vergangenheit auch heute noch nicht einverstanden wäre. Mein Fehler war, es nicht rechtzeitig geäußert zu haben (Halschakra: Die Wahrheit im Frieden sagen). Deshalb ist Bewusstheit so wichtig. Und es ist auch immens wichtig, Ängste aufzulösen. Denn wenn man Dinge nicht sagt, weil man Angst vor den Konsequenzen hat, staut sich immer Energie an. Bis das Ventil sich dann mit Gewalt öffnen muss, aus dem alles herausquillt, weil es anders nicht mehr geht.

Dann bin ich weiter in die Frage eingetaucht, warum ich das im Jetzt immer noch nicht loslassen kann. Denn die Vergangenheit ist ja auch zustande gekommen, weil ich meinen Teil versäumt habe (Die Wahrheit direkt im Frieden zu sagen) und nicht bewusst genug für den Moment war. Doch dann sah ich, dass die gewebten Muster nur gering verändert bis ins Jetzt gewebt werden. Mit den selben Energieschnüren. Kein Wunder, dass immer noch alles zusammenhängt und mich diese Ignoranz mit jeder weiteren Begegnung wieder wütend macht.

Jetzt bin ich wieder eins mit meiner Wahrnehmung und kann sie komplett annehmen. Kann mich annehmen. Puh…

Und wieder einmal zeigt es sich, wie wichtig es ist, den eigenen Gefühlen zu vertrauen. Natürlich müssen sie in aller Ehrlichkeit hinterfragt werden. Tun wir das mit ihnen, können sie die größten Lehrmeister überhaupt sein. Wir können in sie eintauchen und in ihnen lesen, wie in Büchern. Wichtig dazu ist die Fähigkeit, einen Schritt zurücktreten zu können. Tut man das nicht, liest und schreibt man automatisch wieder ein neues verfälschtes Buch.

Danke Geisterchen für diese Lektion!
Ich durfte wieder viel lernen und vor allem (!) wirklich loslassen. Ein Segen!

Und was fühlst du so? Welche Emotionen irritieren dich noch?
Wann hast du dich das letzte Mal über längere Zeit in aller Tiefe selbst gelesen?

Umarmung, Manuela