Aktuell habe ich gerade eine neue Spirale zu verdauen, die mich ziemlich tief in meine Schattenwelten führt.

Die schlechte Nachricht ist: Es tut wieder einmal verdammt weh.

Die gute Nachricht ist: Es haben sich mir neue Tore gezeigt, durch die ich hindurchgehen kann, wenn ich die komplette Verantwortung für mich selbst übernehme, wenn ich den Mut habe, die Tore zu öffnen und wenn ich es durchziehe, durch sie hindurchzugehen.

Wie sich die Masse ablenkt

Das Eintauchen in die eigenen Schattenwelten ist sicherlich nicht der beliebteste Volkssport. Wenn ich mir die durchschnittliche Masse so anschaue, laufen die meisten Menschen noch davor davon. Nur selten sehe ich in der „normalen“ Welt jemanden, der einen ähnlichen Weg geht, wie es einige von uns tun.

Die meisten drehen fest eingespannt im Hamsterrad einen Kreis um den anderen. Um die stetige Leere dieses Lebens aushalten zu können, werden dann Kicks und Ablenkungen gesucht. Denn mit einem Kick kommst du wenigstens schon mal kurz ins Jetzt. Manche machen das mit Extremsportarten, andere mit einem völlig unnatürlichen Sexualverhalten oder ähnlichem.

Ablenkungen wiederum lenken, wie der Namen schon sagt, ab. Am besten sich selbst nicht fühlen ist hier die Devise. So gibt es Dauerberieselungen vorm Fernseher oder Computer, chronische Dauerbeschäftigung und mehr. Es gibt unzählige Formen. Es gibt unzählige Varianten. Keine ist besser oder schlechter.

Überhaupt zeigt sich mir das Alles-was-ist gerade aus einer völlig neuen Gefühlsperspektive. Das liegt wohl am Vergeben. Doch darauf komme ich noch später. Im Grunde genommen wünschen und suchen wir alle doch eh das gleiche. Nur in der Art und Weise, wie wir uns dabei bewegen, unterscheiden wir uns noch teilweise etwas voneinander.

Am Ende werden wir uns alle am gleichen Punkt wieder treffen. Wann das ist, weiß ich nicht. Doch die Reise bis dahin dürfte noch spannend werden und wenn wir dann mal angekommen sind, wünsche ich mir eine riesengroße Party. Das steht schon mal fest.

Das Unterbrechen des Hamsterrades

Zurück zum Hamster im Rad.

Schaffen wir es, das Leben im Hamsterrad zu unterbrechen, werden wir unweigerlich auf uns selbst zurückgeworfen und mit den Dingen konfrontiert, die wir oft sehr lange bewusst oder unbewusst unter den Teppich kehrten. Dann treten die Schmerzen unserer Seele wieder in den Vordergrund. Sie können ganz schön weh tun. Mann echt – sie können mega weh tun. Puh…

Doch lassen wir sie zu, aktivieren wir das beste interne Alarmsystem, das wir in uns tragen. Denn genau die Schmerzen, die sich zeigen, führen uns zu jedem einzelnen Missstand, der aktuell bearbeitet werden möchte. Diese Schmerzen leiten uns zu genau den Widerständen, die zwischen uns und unserer wahren Freiheit stehen. Durch dieses Alarmsystem sind wir in der Lage, uns ganz konkret und zielführend und damit sehr effizient weiterzuentwickeln.

Doch sind wir permanent in einer sehr lauten Umgebung voller Ablenkungen, ist die Botschaft unserer Schmerzen nur sehr schwer zu hören. Durch die laute Welt um uns herum, werden unsere inneren Ohren stumpf gehalten. So kriegen wir uns selbst nicht mehr richtig mit. Auch ich gehörte einmal zu dieser Gruppe und darf auch heute nach wie vor noch immer gut aufpassen, dass mein Zugang nach innen erhalten bleibt.

Schaffen wir es, wieder die leiseren Welten zu betreten, zeigen sich unsere Blockaden in der Regel von ganz alleine. Wenn die inneren Ohren wieder hören können – und unser ganzer Körper mit all seinen Sinnen kann uns selbst zuhören -, zeigen sich die Hausaufgaben, die unsere Seele für uns hat. Folgen wir kontinuierlich dem Weg unserer Seele, verlassen wir das Hamsterrad automatisch. Denn auf diesem Weg werden wir immer wieder vor Entscheidungen gestellt werden, die uns fragen: Sicherheit oder authentische Selbstverwirklichung? Unterm Strich dreht sich alles zentral darum.

Ich habe dieses Hamsterrad verlassen. Seit dem gehe ich einen sehr intensiven Weg. Ich gehe diesen Weg der Seele, der mich an manchen Tagen bis an die Grenze und auch darüber hinaus fordert. Es ist hart. Es ist anstrengend. Es ist wirklich ätzend und es ist wundervoll. Es ist unglaublich lehrreich. Es ist meine eigene Entscheidung.

Das Geschenk des freien Willens

Jeder von uns hat den freien Willen erhalten. Jeder einzelne entscheidet mit ihm, ob er zum Beispiel im gewohnten Hamsterrad weiterläuft oder nicht.

Jeder einzelne von uns hat eine Wahl. Es gibt immer eine Wahl. Auch wenn manche von uns so tun, als hätten sie keine. Diejenigen, die sagen, sie hätten keine Wahl, wollen nur den Preis nicht dafür bezahlen, den die ein oder andere Entscheidung mit sich bringt. Doch letztendlich trägt jeder die Verantwortung für sich. Jeder von uns entscheidet und manifestiert, welches Leben er selbst wählt und wie es aussieht. In jedem Moment.

Lektionen der hawaiianischen Lehren

In diesen Tagen beschäftige ich mich aus verschiedenen Gründen mit dem hawaiianischen Vergebungsritual Ho’oponopono. Die hawaiianischen Schamanen sagen, dass wir sogar für alles negative selbst verantwortlich sind, das wir im Außen wahrnehmen können.

Die Lehre von Ho’oponopono sagt, alleine dass wir ein negatives Geschehen wahrnehmen und ihm begegnen können, kann nur geschehen, weil wir in unseren verschiedenen Leben etwas getan haben, das es mitverursacht hat. Egal, ob wir uns konkret daran erinnern oder nicht. Denn würden wir nichts mit dem negativen Geschehen zu tun haben, das wir im Außen wahrnehmen können, könnte es erst gar nicht in unserem Wahrnehmungsbereich auftauchen. Resonanz und so. Fertig.

Ein sehr spannender Blickwinkel ist das. Mit ihm gibt es keinen einzigen Unschuldigen mehr auf der ganzen Welt. Es gibt nur uns alle zusammen, die alle gemeinsam dieselbe Suppe auszulöffeln haben. Ende Gelände. Ob es uns passt oder nicht.

Mit Ho’oponopono bestätigt sich somit nicht nur der freie Wille eines jeden einzelnen, sondern auch Ursache und Wirkung und dass wirklich ALLES miteinander verbunden ist. D.h. eine mögliche Version des großen Puzzles wäre auch auf die Art und Weise wieder einmal komplett. Die Wahrheit zeigt sich in so vielen Schichten. Jeder darf wählen, für welche er sich entscheidet.

Zum Turbo-Energietransformator durch Ho’oponopono werden

Doch nicht nur der freie Wille passt zum Gesamtbild der Sicht von Ho’onopono, wir erhalten darüber hinaus auch die Möglichkeit, wirklich selbst aktiv etwas tun zu können. Wir müssen nicht mehr warten, bis andere sich endlich ändern. Nein, wir können ihnen vergeben und uns selbst auch. Aktiv.

Energetisch hat das einen Einfluss. Es wirkt so ähnlich wie das Familienstellen von Bert Hellinger. Oder eine Reise in die Vergangenheit, wo karmische Verwicklungen entwickelt werden. Oder, oder, oder. Alles ist verbunden. Es ist nur eine andere Art, wie man zum Energietransformator schlechthin werden kann. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten. Vergeben. Fertig. So einfach.

Mir gefällt es. Ziemlich gut sogar. Vergeben hat es zwar auch in sich, doch wenn die ersten Hürden von „Nein, DEM will ich aber wirklich nicht vergeben, weil er SO ein krasser Arsch war!“ überwunden sind, fängt erstaunlich schnell wieder der Fluss des Lebens zu fließen an und es wird einfacher.

Danach gibt es auch die Art von Geschenke, die wie so oft hinter den eigenen Schatten zu finden sind. Unser Bewusstsein erweitert sich wieder ein Stück und wir dürfen mehr vom Ganzen sehen. Außerdem macht vergeben das Herz einfach unglaublich frei. Wer will schon dauerhaft dort die Energien von anderen tragen, wenn er mal raus hat, wie der Hase läuft? Ich nicht. Außerdem gehts doch letztendlich darum, Licht ins Herz zu bringen, oder? Nicht um einen Wettbewerb zu gewinnen, wer am längsten nachtragend sein kann.

Auf die Art können sich emotionale Schmerzen auflösen, die wir in uns tragen. Auf die Art kann die dadurch gebundene Energie wieder zu uns zurückkehren, die vielleicht schon sehr lange blockiert wurde. Auf die Art werden wir ein ganzes Stück freier. Auf die Art überwinden wir uns und erhalten durch Vergebung wohl selbst das allergrößte Geschenk: Die Auflösung von negativen Emotionen in uns, wie Wut, Enttäuschung, etc.

Auf die Art tun wir nicht nur für uns selbst etwas, sondern wir wirken aktiv für alles-was-ist. Wir unterbrechen eine unter Umständen uralte ewig lange Kette der gegenseitigen Verletzung. Barmherzigkeit ist ein so ein kraftvolles Zauberwort. Anderen gegenüber, doch auch uns selbst gegenüber barmherzig sein. Recht haben wollen ist eine Energie aus der alten Welt. Die neue Welt, die wir gemeinsam in jedem einzelnen von uns manifestieren, braucht das nicht mehr.

Denn wie sagt Jesus im neuen Film „Maria Magdalena“ so schön zu einer Frau, die gerade erklärt hat, warum sie so zornig ist: „Und wie fühlt es sich an, die ganze Zeit mit diesem Zorn zu leben?“