Hektisch ist es geworden hier auf der Erde. Früher konnte ich das nicht so gut wahrnehmen, weil ich selbst ein Teil der Hektik war. Teilweise habe ich die Hektik richtig geschürt. Ich bin gelaufen. Ich habe gehetzt. Stillstand? Konnte ich nicht ertragen.

Je ruhiger ich werde, desto mehr fällt mir diese Hektik auf. Teilweise muss ich echt aufpassen, dass sie nicht wieder zu mir herüber schwappt. Um mich davor zu schützen, brauche ich Zeiten der Stille. Nichts hören, nichts reden. Höchstens mit der Natur. Kein Wunder, dass sie so viele nicht mehr hören können. Sie sind bereits voll. Daher kommt auch das Sinnbild des Gefässes, das sich erst leeren muss, bevor es mit neuem befüllt werden kann.

Jeder einzelne Schritt kann die Sicht erweitern

Je weiter ich auf meinem Weg komme, desto mehr kann ich sehen. Meine Sicht funktioniert ganz anders, als ich mir das früher einmal vorgestellt hatte. In diesem Leben hatte ich alles vergessen. Doch ich erinnere mich wieder. Immer mehr. Auf eine ganz eigene Art. Nur muss ich auch aufpassen, denn die logischen Welten ziehen allzu leicht wieder an. Rein in den Kopf. Raus aus der Balance. Raus aus der Verbindung mit allen Welten. Mit allen Energien.

Energien, die ich anderen nicht wirklich erklären kann, die sie nicht selbst erleben. Mal wieder hab ich es versucht. Doch es gibt einfach keine Worte dafür. Und doch sind sie so klar da. Beweise werden gewünscht. Wie soll ich etwas beweisen, dass sich jedem in einer eigenen Sprache zeigt? Nein. Das ist nicht mein Weg. So werde ich wohl stiller werden in diesen logischen Welten. Ich muss nicht mit allem gesehen werden.

Was ich einst als Fluch sah, zeigt sich nun immer mehr als Vorteil. Im Stillen wirken. Sich so anpassen können, das man fast nicht mehr wahrgenommen wird. In gewebte Netze eintauchen. Leise. Unsichtbar. Und dann meine Energie in die Dinge fliessen lassen, die verändert werden sollen, die verändert werden wollen. In Harmonie mit der kosmischen Ordnung.

Logische Skeptiker muss ich nicht bekehren. Auch sie sind auf ihrem Weg. Es ist wichtig, meine eigenen Werte nicht aus den Augen zu verlieren. Konsequenzen zu ziehen. Immer wieder. Ein Schritt nach dem anderen. Und zu reflektieren. Genau deshalb sitze ich nun mitten in der Nacht hier und schreibe. Weil etwas unrund ist.

Ich lasse mich gerade wieder zu sehr in diese logischen Welten ziehen. Auf die Art verliert man Bodenhaftung. Das korrigiere ich hiermit wieder ein Stück. Außerdem nehme ich es so wahr, dass ich gewisse Dinge zu teilen habe. Zu zeigen habe. So werde ich durchaus sichtbar. Nur eben an bewusst gewählten Stellen.

Was der Durchschnitt der Gesellschaft zeigt

Immer mehr Kontakt habe ich wieder zu Menschen nach einer Phase, in der ich mich stark zurück zog und mich fast ausschliesslich auf die geistige Welt konzentrierte und deren Gesetzmässigkeiten, Botschaften und Prüfungen in diesem Leben fast wieder von Grund auf neu kennenlernte.

Das was ich sehe, macht mich teilweise echt etwas traurig. Ich hab mit Menschen zu tun, die rücksichtslos ihre negative Energie verteilen. Ich hab mit Menschen zu tun, die aus dem ein oder anderen Grund gefallen sind und sich so sehr nach einer Hand sehnen, die ihnen beim Aufstehen hilft. Doch niemand scheint da zu sein, weil alle mit sich selbst beschäftigt sind. Menschen, die trotz überdurchschnittlicher Intelligenz wie blind etwas mit Gewalt hinterher laufen und gar nicht mitkriegen, wie sehr sie dadurch ihr ganzes Leben versäumen.

Ich sehe Menschen, die sich als Heiler bezeichnen und die ich einst einmal so bewunderte, doch vor denen ich jeglichen Respekt verlor. Menschen, die ihre Macht hinter dunklen Vorhängen missbrauchen und sich über alles andere stellen. Menschen, die nicht erkennen, wie sehr sie sich selbst aufgrund ihres Geltungsdrangs im Weg stehen. Menschen, die glauben, sie würden anderen helfen und doch mehr kaputt machen, als sie reparieren.

All das macht mich sehr nachdenklich. Ja, und etwas traurig. Doch dann sehe ich auch die anderen – Menschen, die sich trotz ihrer Handicaps nicht einschüchtern lassen. Menschen, die mich mit kleinen Gesten berühren, deren strahlende Augen einfach nur wunderschön sind. Ich sehe Menschen, die leise sind und doch sehen können wie selten andere. Ich sehe Menschen aufblühen, die in sich immer mehr Vertrauen fassen und wachsen wie wunderschöne Blumen. Kräftige Bäume, deren Wurzeln und Äste sich in alle Richtungen strecken. Menschen, die so viele Ebenen zur Meisterschaft führten und trotzdem nie ihre Aufrichtigkeit verloren.

Sie sind es, die mir Hoffnung machen. Sie sind es, die meinen Glauben stärken. Sie sind es, die immer mehr zusammenfinden. Sie sind es, die den Wandel tatsächlich ausmachen. Die anderen – kriegen ihre Prüfungen. Ich lasse sie los. Es ist nicht mehr mein Thema. Wir dienten uns zum Lernen. Dafür bin ich sehr dankbar. Jeder ist auf seinem Weg. Doch nicht jeden möchte ich mehr mitgehen. So können auch uralte Verbindungen ganz einfach gelöst werden. Weil die enthaltenen Lektionen integriert wurden.

Mein Weg geht weiter. Es gibt noch so viel zu entdecken. Unser Universum ist unendlich. Energien sind unendlich. So vielem kann man lauschen. So viele Geschichten werden erzählt. So viele Möglichkeiten gibt es, hat man erst einmal die durchschnittlichen irdischen Begrenzungen überwunden. Ich bin dankbar, werde ich so geführt. Jeder von uns wird das. Hörst du nur noch auf dich und lässt vom Außen wirklich (!) los, erklingen die schönsten Symphonien mitten in dir selbst.

Ich bin für eine neue Gesellschaft. Sie bildet sich auch längst. Die alten Strukturen haben ausgedient. So baue ich auch eine kleine auf. Für mich. Für diejenigen, die sie sich auch wünschen. Und sei sie noch so klein. Ein kleiner Kreis. Mein Kreis. Unser Kreis. Der wachsen kann. Der sich dann mit vielen anderen Kreisen verbinden kann.

Was ist schon Zeit? Was ist ein Leben? Der Blick hinter die Vorhänge beruhigt so ungemein. Und nein – ich muss das niemandem erklären. Das kann man nur erfahren. Und die richtigen kommen, die sich Impulse wünschen. So ist es. So war es immer. Und so wird es wohl auch immer sein.

In der Ruhe liegt die Kraft

So lerne ich lieber noch ein wenig besser, mich in dieser hektischen Zeit von unharmonischen Energien abzuschirmen, bei mir zu bleiben und von diesem Punkt aus das zu harmonisieren, was wirklich stimmig ist für mich.

In der Ruhe liegt die Kraft. In diesem Satz steckt unglaublich viel Weisheit. Ich erlebe so viele Menschen, die sich von der Hektik so anstecken lassen, dass sie Wege nicht nur einmal, sondern mindestens drei Mal begehen müssen. So wird die ganze Hektik, die ursprünglich mit der Intention der Beschleunigung entstand, zum Verzögerer schlechthin.

In der Ruhe liegt die Kraft. Bodenhaftung, Erdung, durchdachte Langsamkeit. Kein überdrehtes Schwirren im Kopf, zugemüllt mit unendlicher Kommunikation, die keinen Mehrwert bringt. Es ist eine Kunst, Dinge auf den Punkt zu bringen. Es ist eine Kunst, mehr Worte zu spenden, wenn es eine Vielfalt von Energie braucht, um Verbindungen in Harmonie zu bringen. Die wenigsten erkennen den Unterschied. Und auch ich darf mich hier noch an einiges erinnern und einiges neu lernen. Doch es geschieht. In der Ruhe. Deshalb ist und bleibt einer meiner Lieblingssprüche: Langsamer ist schneller.

In diesem Sinne gehe ich noch einmal etwas in die Ruhe, bevor ich wieder einen neuen Tag starte, dem ich hoffentlich mit der Portion Erdung entgegentrete, die er auch verdient hat. Ein wundervoller Tag, an dem ich am Leben bin, um mich und alles-was-ist erfahren zu dürfen.

Umarmung, Manuela