Dimension Sieben

Wir sind umgeben von Magie

Geschichten

Platon flüstert ins Ohr

Traurig und gedankenverloren sitzt die junge Frau unter der Eiche. Der Duft der wunderschönen Wildblumen zieht unbemerkt an ihr vorüber. Sie nimmt ihn gar nicht wahr. Ihr Geist ihr wieder einmal abgewandert. In eine andere Wirklichkeit.

Dunkel ist es. Kalt und nass. Die Erinnerung an diesen Ort taucht durch den Nebel und nimmt immer mehr Raum ein. Nun ist sie komplett dort angekommen. Langsam steigt sie die Stufen in die Höhle hinab. Es fröstelt sie und ein Schauer läuft ihr über den Rücken. Lange war sie selbst an diesem Ort gefangen.

Sie weiß, sie kann nicht lange bleiben. Hier verläuft die Zeit anders als in ihrer Wirklichkeit. Bleibt sie zu lange, beginnt das Vergessen und die dünne Luft der Höhle schnürt das Herz immer weiter zu. Sie ist nicht sicher, ob sie dann den blinden Sprung ins Vertrauen zu sich selbst noch einmal vollbringen kann, der sie letztendlich befreit hat. Es ist vielleicht noch etwas zu früh für diese Rückkehr.

Trotzdem zieht es ihr Herz dorthin. Zu den schemenhaften Schatten, die noch immer festgebunden sind. Die zappeln und strampeln, weil sie gerade etwas sehr erregt. Schatten, die dort oben bei den Eichen einfach erkennen könnten, dass es nur ihr Licht ist, das den Schatten an die Wand wirft. Die erkennen könnten, dass es reines Licht ist, aus deren ihre Essenz durch und durch besteht.

So steht sie in der Höhle und hört die Stimmen, die sagen: „Nein, geh dort nicht hinaus. Auch wenn deine Fesseln gerade gelockert sind. Dort draußen sind grässliche Monster, die schwer zu erkennen sind, die täuschen und lügen. Hier ist es sicher. Hier wissen wir wie es ist. Dort draußen fressen sie uns nur auf. Die wenigen die von dort zurückgekehrt sind, reden nur noch verrücktes Zeug, um uns in die Irre zu leiten.“

Einige Tränen kullern der jungen Frau über die Wange, als sie das hört. Die anderen können sie nicht sehen. So gerne würde sie ihre Sicht nur für einen Moment mit ihnen tauschen. Nur für einen einzigen Moment, damit sie die Wunder selbst erfahren können, die in der Freiheit auf sie warten. So gerne würde sie jeden einzelnen an der Hand nehmen und mit hinaus in die wohlige Wärme von Vater Sonne begleiten.

Plötzlich hört sie in sich eine leise Stimme sprechen:

„Es ist nicht deine Aufgabe, das zu tun. Jeder entscheidet selbst, wer er sein möchte. Kein Wille kann wahrhaftig über den anderen gelegt werden. Auch deiner nicht.

Jeder entscheidet selbst, woran er glaubt, woran er denkt und welche Emotionen dabei entstehen. All das manifestiert sich dann von ganz alleine. Das ist die wahre Macht, die ihr in euch trägt.

Und wer weiß, vielleicht tun sie sich alle zusammen und schaffen es sogar gemeinsam aus der Höhle zu kommen. Vielleicht schaffen sie es schon in der Höhle einander zu vertrauen. Vielleicht nicht alle. Vielleicht jedoch ein paar von ihnen.

Also lasse los und vertraue. Kehre ins Jetzt zurück und ehre die Geschenke des Moments. Kümmere dich um dein Gleichgewicht. Es ist noch nicht stabil genug für solche Besuche. Das ist jetzt dein Teil. Das. Und nichts anderes.

Sei gesegnet und behütet auf deinem Weg, Erdenkind!“

1 Kommentar

  1. Evi

    Eine SEHR schöne „Geschichte“ liebe Manuela! Stark verbunden zur Kraft des Eichelhähers 😉 Hab einen wunderbaren Sonntag voll magischer Augenblicke die dich behütet umgeben.

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