Zauberwissen

Wenn der Sturm wieder aufzieht

Wenn der Sturm wieder aufzieht

Der Weg des Lebens. Jeder von uns läuft auf ihm. Jeder trägt seine eigenen Schuhe. Kein einziger Weg ist identisch. Manchmal laufen wir zwar Teilstücke miteinander, doch die meiste Zeit laufen wir alleine. Auch mal nebenher laufen wir, auch mal in die gleiche Richtung, doch letztendlich laufen wir alle auf unserem eigenen Weg.

Der Stein, der Wellen wirft

Auf diesem Weg kommen immer wieder Herausforderungen. Sie sind wie Wellen. Irgendwo wurde ein Stein ins Wasser geworfen, der seine Kreise zieht. Du schwimmst wie ein Blatt auf dem stillen See. Genießt den Sonnenschein von Vater Sonne, räkelst dich und lässt dich von seiner liebevollen Wärme umspielen.

Plötzlich kommt da diese Welle und alles gerät ins Strudeln. Du verschluckst dich, hustest und strampelst. Du weißt nicht mehr, wo oben und unten ist. Verzweifelt versuchst du dich an irgendetwas festzuhalten. Verzweifelt versuchst du dich an jemandem anderen festzuhalten. Doch auch die anderen können nicht besser schwimmen als du. Auch sie strampeln und versuchen den Kopf über Wasser zu halten. Haltet ihr euch dann fest, zieht ihr euch nur gegenseitig noch mehr in die Tiefe.

Es kommt der Moment, in dem die Zeit anhält. Es ist der Moment, in dem von dir die Entscheidung getroffen wird, gehst du unter oder kannst du deinen Kopf über Wasser halten. Und du entscheidest dich. In jedem Leben entscheidest du dich immer wieder. In jedem einzelnen Sturm. Die einen gehen unter. Die anderen lernen einfach besser schwimmen. Irgendwann können sie es so gut, dass sie auch die ersten herausziehen können, ohne selbst abzutauchen. So dreht sich dann vieles.

Gehst du unter oder lernst du besser schwimmen?

Das Leben ist ganz genau so. Manchmal kommen von irgendwoher Wellen. Du kannst sie als Bedrohung empfinden oder als Chance nutzen, um zu wachsen. Natürlich strampelst du auch beim Wachsen immer wieder, weil es oft schmerzt, die Grenzen der Komfortzone zu verlassen. Doch entscheidest du dich zu wachsen, bekommst du danach jedes Mal ein Geschenk.

Jeder See wird irgendwann einmal wieder ruhig. Egal, wie viele Steine man hinein wirft. Das aufgewühlte Wasser hat die Eigenschaft zu reinigen. Großmutter Wasser besitzt ihre ganze eigene Qualität. Sie klärt. So kommen Dinge an das Licht, die so oder so immer schon dagewesen sind. Mit Hilfe von Großmutter Wasser werden sie aus der Tiefe gehoben und zeigen sich kristallklar. Je stürmischer der Wellengang ist, desto mehr zeigt sich im Laufe eines Sturmes.

Letztendlich hat immer alles mit uns selbst zu tun. Wie oft tauchst du in deine eigenen Tiefen hinab? Machst du das selbständig oder gelingt es dir nur, wenn du durch einen Sturm dazu gezwungen wirst? Wie stabil fährt dein Boot auf deiner See? Was kommt alles zum Vorschein, nach dem sich der Sturm beruhigt hat? Welche Dinge hast du nicht ausgesprochen? Welche Dinge waren noch nicht klar genug, um sie überhaupt in Worte fassen zu können? Wo bist du Reaktionen von anderen noch zu sehr aus dem Weg gegangen? Wen willst DU auf deinem weiteren Weg durchs Leben WIRKLICH noch mitnehmen?

Uns alle beuteln diese Stürme immer wieder. In jedem einzelnen können wir wachsen. Ist der Sturm vorbei, ist manchmal mehr und manchmal weniger zu Bruch gegangen. Die stabilsten Gebilde können sich halten. Die weniger stabilen können entweder neu aufgebaut werden, wenn man es denn möchte oder eben auch nicht. Ein Sturm mit Wasser ist eben sehr reinigend. Erleichternd. Nicht alle Dinge und nicht alle Personen müssen in die neue Zeit nach dem Sturm mitgenommen werden. Weniger ist so oft unglaublich mehr.

Aufräumarbeiten nach dem Sturm

Nach einem Sturm ist es entscheidend, ob du die neue Schwimmtechnik tatsächlich integrierst oder nicht. Wie überall beim Lernen, schaut man sich die Lektionen so lange an, bis man deren Essenz richtig verstanden hat. Danach übt man so lange, bis man die möglichen Lösungswege in den unterschiedlichsten Konstellationen erkennen und anwenden kann.

Bist du beispielsweise dem zu lange aus dem Weg gegangen, deine eigene Wahrheit auszusprechen, weil du Angst davor hattest, dass dich dein Umfeld deshalb nicht verstehen kann und du Gefahr läufst alleine dazu stehen, ist:

Lektion Nr. 1

Lerne ganz alleine zu stehen. Freunde dich mit der Einsamkeit an. Mit dir selbst. Sei deine beste Freundin, dein bester Freund. Nur das ist der Weg ins glücklich sein, glücklich zu sein zur Not auch mit sich ganz alleine. Erst dann „verkaufst“ du dich nicht mehr unter deinem Preis.

Lektion Nr. 2

Lerne in Zukunft bewusst dafür zu sein, deine Wahrheit direkt auszusprechen. In deinen Worten. Direkt aus deinem Herzen heraus. Unabhängig davon, ob diese Wahrheit anderen gefällt oder nicht. Sei mit jeder Faser deines Herzens einfach nur DU selbst. Massenhaltung ist out. Heute mehr denn je. Artgerecht ist das neue Credo.

Lektion Nr. 3

Vertraue darauf, dass du dadurch die richtigen Menschen anziehen wirst. Gleiches zieht gleiches immer an. Du wirst die Menschen treffen, die ähnlich sehen können wie du selbst. Lass die anderen los, die dich nicht verstehen können oder die ihre Sicht nicht erweitern wollen. Es hat alles immer einen Sinn. Und nach jedem Regen kommt immer Sonnenschein. Doch bleibst du stehen, wirst du nie den Regenbogen sehen können.

Lektion Nr. 4

Gehe deinen Kritikern nie aus dem Weg. Jeder Sturm zeigt dir etwas. Er zeigt dir dich selbst. Gewöhn dir an, die Welt als dein Spiegelbild zu sehen. Die Kunst, die Spiegelungen richtig zu erkennen, ist anfangs nicht leicht. Je weiter du auf deinem Weg kommst, desto mehr spiegelst du nur noch andere, wenn du denn magst. Doch bis du soweit bist, ist auch immer ein Teil von dir selbst drin, den es aus dem ganzen herauszufinden gilt. Außerdem ist es wichtig, immer wieder einmal jemanden von außen drauf schauen zu lassen, der ein bereits ein Spiegelmeister ist. Selbst die Spiegelmeister lassen sich ab und an immer wieder selbst überprüfen, wenn sie wirklich professionell arbeiten.

Lektion Nr. 5

Genieß den Sonnenschein nach dem Sturm. Die frische gereinigte Luft. Nimm das Leben nicht ernster, als es wirklich sein muss. Auch nicht die Stürme. Selbst wenn es mal wild hergeht. Jeder überwundene Konflikt erzeugt mehr Nähe, mehr Wahrheit, und mehr Sein. Beschäftige dich mit dem, was dich glücklich macht. Sei der, der du sein willst. Niemals der, den andere unbedingt in dir sehen wollen. Dann bist du frei. Je freier du bist, desto leichter kommst du durch diese Stürme.

Und denk immer daran:
Jede einzelne Herausforderung hat das Potential dich untergehen zu lassen oder dich Neues zu lehren und dir Geschenke zu überreichen. Du alleine entscheidest, in welche Richtung die Kraft geht. Nur du alleine!

Umarmung, Manuela

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