Einblicke

Wie Ayurveda meine chronische Krankheit heilen konnte

Wie Ayurveda mein chronisches Pfeifferisches Drüsenfieber heilte

Vor ca. sieben Jahren brach nach einer recht intensiven Arbeitsphase mein Immunsystem irgendwie vollständig zusammen. Ich bekam chronisches Pfeifferisches Drüsenfieber. Ayurveda war meine Rettung.

Es fing damit an, dass es mir schwindelig wurde, wenn ich Sachen vom Boden aufhob. Ich wurde müder und müder. Meine Gliedmaßen kribbelten ganz komisch und eine eigenartige Taubheit durchzog sie. Ich ignorierte diese Zeichen eine ganze Zeit lang und dachte mir, das wird schon wieder. War halt ein wenig viel Arbeit in der letzten Zeit und auch sonst waren es einfach ein paar harte Lektionen außenherum.

Selbstheilung mit AyurvedaDoch es wurde immer schlimmer. Meine Lebensenergie floss geradezu nur so aus mir heraus und keine neue kam nach. So musste ich zwangsläufig doch einmal zum Arzt gehen. Zum Glück fand ich an einem neuen Wohnort einen Hausarzt, der sich neben der Schulmedizin auch mit Naturheilkunde beschäftigte und alleine deshalb schon einen etwas breiteren Fokus hatte. Er hörte sich meine ganze Geschichte an, nahm Blut ab und kam direkt zu der Ursache: Ebstein-Barr-Virus. Das bei vielen auch besser als Pfeifferisches Drüsenfieber bekannt ist.

Ab dem 40. Lebensjahr sind ca. 98% von uns Menschen mit diesem Virus infiziert. Kommt der Virus zum Ausbruch, zeigen sich in der Regel bei den meisten grippeähnliche Symptome für einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen. Danach können die Abwehrkörper im Blut festgestellt werden. Leider war es bei mir nicht mit den ein bis zwei Wochen getan. Da mein Immunsystem anscheinend so drastisch geschwächt war, gehörte ich leider zu den Pechvögeln, dass ich ein chronisches Pfefferisches Drüsenfieber bekam, weil sich der Körper nicht mehr von alleine berappeln konnt. So hatte ich den Quatsch für ganze drei Jahre lang am Hals.

Wie die westliche Medizin versuchte, mir zu helfen

Die Ärzte probierten alles mögliche aus, um mein Immunsystem wieder in die Höhe zu bringen. Mir wurden regelmäßig Vitamine gespritzt. Ich bekam homöopathische Mittelchen verabreicht und zuletzt nahm man mir sogar einige Male Blut ab, reicherte dieses mit Sauerstoff an und führte es mir wieder zu. Doch auch das half nichts. Zudem war es noch eine sauteure Angelegenheit.

Energiequelle AyurvedaIn der schlimmsten Zeit mit dem chronischen Pfeifferischen Drüsenfieber musste ich 16 h am Tag schlafen, konnte mich max. für 2-3 h auf andere Leute konzentrieren und den Rest der Zeit war ich einfach nur verzweifelt, weil nix funktionierte und ich trotz aller Suche einfach keine Lösung fand, die mir aus diesem Teufelkreis heraushelfen konnte.

So zogen drei ganze Jahre ins Land. Ich recherchierte mir die Finger wund, las ohne Ende Bücher zum Thema und bin beinahe durchgedreht in meiner Handlungsunfähigkeit.

Was Ayurveda bedeutet und wofür es steht

Eines Tages stieß ich dann auf den Begriff Ayurveda, der aus der heiligen indischen Sprache Sanskrit stammt und „Wissen vom Leben“ bedeutet. Ayurveda ist eine ca. 3.000 Jahre alte Heilmethode, die sich darauf spezialisiert hat, Energieblockaden durch Reinigungstechniken (Massage, Schwitzen, Räuchern), Pflanzenheilkunde, Ernährungslehre und spiritueller Yogapraxis aufzulösen und die Energien wiederin den Fluss und ins Gleichgewicht zu bringen.

Die Ayurveda PflanzenheilkundeAls ich von den unterschiedlichsten Erfolgen von Ayurveda bei Krankheiten, wie Krebs, Multipler Sklerose, Diabetes und allerhand chronischen anderen Krankheiten las, war mein Interesse natürlich sehr geweckt. Recht viel zu verlieren hatte ich nicht und so machte ich mich also auf die Suche nach einer sinnvollen Behandlungsmöglichkeit.

Ich kämmte ganz Deutschland, Österreich, Polen und Tschechien nach Angeboten mit Ayurveda durch. Irgendwie fühlte sich das jedoch alles nicht harmonisch für mich an. Und so suchte ich in immer größeren Distanzen.

Irgendwann landete ich dann in Sri Lanka. Eine sympathische kleine Website überzeugte mich von den angebotenen Leistungen. Die Beschreibung der Behandlungen klang authentisch für mich. Außerdem wurde das Ayurvedahaus von einem Verein betrieben, der die Menschen vor Ort mit Beschäftigung und der Gewinnausschüttung des Hauses in soziale Projekte unterstütze. Das gefiel mir sofort. Keine riesengroße Touri-Betonklotzbude, die auf Wellness macht. Ich wollte wirklich gesund werden. Die Ansprechpartnerin war dann auch noch eine super sympathische Deutsche, die sich seit Jahrzehnten schon für Land und Leute einsetzte.

Perfekt, also hieß es Koffer packen, sich irgendwie schlau machen, was ich alles zu wissen und mitzunehmen habe und dann nix wie ab nach Sri Lanka!

Die Reise ins „Spring of Life“

So flog ich also ein paar Wochen später alleine nach Sri Lanka und saß die bisher längste Zeit in meinem Leben in einem Flugzeug.

Ayurvedahaus Spring of Life

Vor Ort angekommen, lernte ich erst einmal kennen, was man unter tropischer Regenzeit genau zu verstehen hat. Es schüttete nicht nur wie aus Eimern, sondern wie aus Tanklastern. Die Tuk-Tuks konnten teilweise auf den Straßen gar nicht mehr fahren vor lauter Überschwemmung. Ich saß im Auto neben dem Fahrer, der mich vom Flughafen abholte, kramte mein sehr unbenutztes Englisch aus der hintersten Schublade für ihn hervor und kam mir vor, wie im größten Abenteuer meines Lebens. War ich letztendlich ja auch. So weit weg von zu Hause war ich nie zuvor. Alleine sowieso nicht. Doch es war nie ein Problem. Überhaupt gar nichts. So viel zur Komfortzone, die wir so oft nicht verlassen möchten, weil evtl. vielleicht im schlimmsten Fall mal etwas passieren kann und wir uns lieber selbst einsperren.

Mein Zimmer war schön geräumig, lag im ersten Stock und hatte einen großen Balkon. Mein einziges Problem waren die ungewohnten Tiere überall. So liefen beispielsweise an den Wänden und an der Decke immer wieder Geckos entlang, vor denen ich echt Angst hatte.

Gecko

Ein Gecko an einer Steinwand

Die Zimmermädchen lachten sich deshalb regelmäßig kaputt über mich, waren es für sie doch so nützliche Tiere, welche die Moskitos fraßen. Doch ich hatte so viel Schiss, dass ich in der Nacht sogar das Licht anließ, das Moskitonetz rundherum sorgfältig unter die Matratze stopfte, damit ja kein Tier einfach so zu mir kann, bewaffnete mich mit einer extra Taschenlampe – man weiß ja nie – und Heilsteinen, denen ich einbläute, mich ja zu schützen.

Bei jedem kleinen Geräusch war ich wach. Einmal rumste es ganz komisch in der Nacht und ich traute mich kaum noch atmen. Am nächsten Morgen bat ich die Zimmermädchen mein Zimmer zu checken, weil ich dachte, eine Schlange hätte sich in den ersten Stock verirrt. Eine solche, die mich mit Haut und Haaren fressen will. Was haben sie gelacht… Ich muss heute auch lachen. Wie weit war ich damals nur von der Natur entfernt. Kein Wunder, dass ich krank war.

Passiert ist mir natürlich kein einziges Mal etwas. Ich hätte also einfach nur loslassen und schlafen können. So viel zum unnötigen Kopfkino. Meine Güte.

Die ayurvedischen Behandlungen

Meine Ernährung wurde komplett auf vegan umgestellt, wie bei allen anderen Patienten auch. Davor graute mir schon ein wenig, denn meine Ernährung war vorher eher katastrophal aufgestellt. Viel Chips, Schokolade, Fast Food und an den Wochenenden trank ich regelmäßig auch noch ganz gerne Alkohol zu dieser Zeit. Ich erwartete also eine echt schwierige Umstellungsphase für mich. Die kam jedoch nie. Drei superleckere vegane Mahlzeiten am Tag, dazwischen Obstsäfte von tollen einheimischen Früchten und reichlich Tee von frischen Kräutern versorgten mich mit mehr Nährstoffen, als ich sie wohl jemals zuvor erhalten hatte.

Lunch im Spring of Life

Lunch im Spring of Life

Unterstützt wurde das Ganze mit selbst hergestellter Pflanzenmedizin. Sie schmeckte teilweise wie Erde, teilweise lecker süß und teilweise echt gruselig. Aber gut. Von nichts kommt nichts, heißt es ja bekanntermaßen.

In den wöchentlichen Theorieeinheiten über Ayurveda erfuhr ich, dass die Ärzte in Sri Lanka während ihrer Ausbildung für längere Zeit zu einem richtigen Medizinmann in den Dschungel gehen müssen und bei ihm über einen längeren Zeitraum lernen, wie man derartige Medizin herstellt, etc.

Jeden Morgen gab es dann noch entweder Yoga oder eine Gehmeditation. Beim Yoga war ich immer mit von der Partie. Zur Gehmeditation konnte ich mich nur wenige Male überwinden. Ich glaube heute, dass das für meinen chaotischen Geist von damals viel zu ruhig war. 30 Min. schweigend im Kreis zu laufen war damals echt eine Folter für mich. So doof das klingt. Beim Yoga konnte ich wenigstens körperlich an meine Grenze gehen. Das lag mir eher.

Der erste Teil: Die Reinigungsphase

Alle Massagen und Massageöle waren in den ersten eineinhalb Wochen auf die Ausleitung von Stoffwechselresten und dem Lösen von Energieblockaden ausgerichtet. Jeden Tag gab es mindestens vier Behandlungen, wenn ich das noch richtig im Kopf habe.

Somit wurden die Entgiftungserscheinungen maximal in Schach gehalten. Ich bekam Kopfmassagen, teilweise sogar vierhändige Ganzkörpermassagen, Fußmassagen, Ölgüsse auf die Stirn zum Öffnen des dritten Auges, Aufenthalte in der Räucherhütte, Schwitzkuren in einem Holzbehälter, und vieles mehr.

Es dauerte ein paar Tage und meine Haut explodierte regelrecht. Überall kamen die eingelagerten Giftstoffe heraus, die meinen Körper so lange verstopften.

Der zweite Teil: Die Aufbauphase

Nach diesen eineinhalb Wochen wurde dann die zweite Phase mit einer Medizin verabreicht, welche in einer Nacht die letzten gelösten Reste aus dem Körper spülen sollte.

Ich kam also eine Pflanzenmedizin und gute Tipps für die anstehende Nacht. Mulmig schluckte ich sie also und wartete etwas angespannt auf die Wirkung. Es hat keine Stunde gedauert, bis die Wirkung einsetzte. Es kam alles gleichzeitig oben heraus und auch unten. Da war Koordination gefragt. Diese sehr intensive Reinigungsphase dauerte bis zum Morgengrauen. Uiuiui – danach war ich echt durch. Doch zum morgendlichen Yoga wollte ich trotzdem. Wenn schon, denn schon….

Ein Varan in den Bäumen

Nach dieser letzten Reinigung wurde der Körper die restlichen eineinhalb Wochen lang aufgebaut. Die Massagen und Massageöle änderten sich und neue Behandlungsarten kamen hinzu. Und das Unglaubliche passierte: Meine Energie kam zurück. Mit jedem einzelnen Tag kam sie mehr zurück. Mit jeder einzelnen Stunde. Ich dachte, ich träume. Ich hatte so viel Energie, dass ich vor Ort schon richtig unterfordert war, obwohl die Behandlungen teilweise echt anstrengend waren.

Du glaubst vielleicht, dass es easy ist, wenn du dich einfach nur massieren lässt. Aber lass dich wirklich mal jeden Tag stundenlang durchkneten, dass deine inneren Organe auf Hochtouren laufen, dein Körper wie blöd zum Schwitzen gebracht wird, du eine Stunde intensiv beräuchert wirst, etc. Das. Ist. Echt. Anstrengend. Zumindest war es das im ersten Teil. Im zweiten Teil kam ich mir nach wenigen Tagen vor, als dass ich Bäume ausreißen könnte. Und das nach dieser Krankheitsgeschichte. Ein Mitpatient konnte seine Brille nicht mehr tragen, weil sich seine Augen verbessert hatten in der Zeit. Weiterhin konnte er seine Schulter wieder viel mehr bewegen, die nach einem uralten Sportunfall recht eingeschränkt war. Eine andere Frau hatte Krebs. Leider weiß ich nicht, wie das ausgegangen ist. Doch soll es dort auch schon erhebliche Verbesserungen, wenn nicht sogar Komplettheilungen in der Richtung gegeben haben, ließ ich mir erzählen.

Die wunderschöne Abschiedsbadewanne im Spring of Life

Die wunderschöne Abschiedsbadewanne im Spring of Life

Dieser Aufenthalt ist jetzt vier Jahre her. Meine Energie ist seit dem geblieben. Ich bin völlig gesund. Ayurveda konnte mich tatsächlich heilen, wofür ich unglaublich dankbar bin.

Meine Sicht gegenüber der Schulmedizin hat sich seit dem natürlich immens verändert. Mein Interesse für alle alternativen Heilmethoden wurde durch die Erfahrung mit Ayurveda im Spring of Life in Sri Lanka mehr als nachhaltig geweckt. Das war vermutlich auch ein Grund von mehreren, warum es mich später so ins Schamanentum gezogen hat. Auch dadurch wurde mir viel geholfen. Doch das sind dann wiederum andere Geschichten, die ich an anderer Stelle erzählen werde.

Das Engagement vom Spring of Life in den sozialen Projekten hat mich tiefgreifend berührt und schwer beeindruckt. Die Besuche in den sozialen Projekten haben mich komplett wachgerüttelt. Ich durfte Kinderheime, Altenheime, Vorschulen, Häuser für geistig Behinderte und Tempel besuchen, mit denen vor Ort zusammengearbeitet wird.

Besuch im Kinderheim

Besuch im Kinderheim, das vom Spring of Life unterstützt wird.

Aus meiner Sicht können sich die meisten von uns es sich überhaupt nicht vorstellen, wie anders das Leben dort aussieht, als bei uns. Wie wenig die meisten Menschen in Sri Lanka tatsächlich haben. Wie einfach sie leben und unter welchen harten Bedingungen.

Du denkst, du kannst dir das vorstellen? Dachte ich auch. Doch es war noch so viel weniger, das sie wirklich hatten. Das vor Ort live zu erleben, ist einfach etwas ganz anderes, als es vor der Mattscheibe zu sehen, die uns meistens eh nur für dumm verkaufen möchte. Und doch lächelt wirklich jeder von ihnen, wenn man ihren Augen begegnet. Von diesen Menschen kann man so unglaublich viel lernen!

Schamanische Wurzeln im Ayurveda

Erst heute verstehe ich mit meinem hinzugekommenen schamanischen Wissen, wie viele Parallelen es von Ayurveda ins Schamanentum gibt. Letztendlich wurde mir einfach nur klar, dass es sich auch hier um uraltes Wissen von Indigenen handelt:

  • Es wurde geräuchert. Nicht nur ich wurde in den Behandlungen geräuchert. Die Zimmermädchen gingen jeden Abend mit kleinen Räucherpfannen durch die Zimmer, um negative Energien zu vertreiben, die sich aufgrund der Behandlungen von uns Stück für Stück lösten.
  • Die Arbeit mit komplett natürlicher Pflanzenmedizin. Alle Bestandteile kamen direkt von Mutter Erde. Teilweise sogar direkt von einem Medizinmann. Der Körper durch die Pflanzenmedizin intensiv gereinigt. Viele Schamanen arbeiten so. Manche eben auch noch auf der Basis des spirituellen Körpers. Aber es geht auch nur körperlich.
  • Schwitzkuren. In einer anderen Form, als ich zum Beispiel Schwitzhütten von hier kenne, doch auch auf körperlichen Basis in einer ähnlichen Form.
  • Die Ernährung war zu 100% natürlich. Kein Zucker. Kein Weißmehl. Kein Alkohol. 100% Mutter Erde.

So wurde ich also vor rund vier Jahren durch uraltes und natürliches Wissen im Rahmen von Ayurvea geheilt, als die Schulmedizin und sogar Teile der Naturheilkunde hierzulande bei mir am Ende ihrer Weisheit waren. Dankeschön für diese Fügung!

Vielleicht bist ja auch du krank und weißt nicht mehr weiter, weil dir keiner helfen kann. Dann freut es mich, wenn ich dir mit meiner Geschichte einen kleinen Impuls in eine vielleicht passende Richtung geben kann.

Wir alle sind miteinander verbunden!

1 Kommentar

  1. Thorsten

    Das ist schöne, sehr rührende Geschichte.

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