Zauberwissen

Wie ich meine erste schamanische Reise erlebte

Wie ich meine erste schamanische Reise erlebte

Mein erster Kontakt mit dem Schamanentum startete über ein Wochenend-Basis-Seminar mitten in der Stadt in Berlin. Zwei Tage lang konnte ich diverse Fragen stellen, wurde in so etwas wie die Grundlagen des Schamanentums eingewiesen, machte die erste schamanische Reise und durfte Teil vom ein oder anderen Ritual sein.

Meine erste schamanische Reise

In einer dieser schamanischen Reise sollten wir unser persönliches Krafttier kennenlernen.

Der Begriff Krafttier bezeichnet im allgemeinen Verständnis ein tierisches Geistwesen, das einen Menschen als spiritueller Gefährte, Helfer, Lehrer, Beschützer und Freund durch das Leben begleitet. In der Regel hat jeder von uns einen tierischen Begleiter, wie ich sie lieber nenne. Meistens haben wir sogar mehrere tierische Begleiter, von denen jeder ganz unterschiedliche Fähigkeiten mit sich bringt. In bestimmten Lebensphasen kommen übergangsweise auch noch andere hinzu, die uns wieder verlassen, sobald wir eine Aufgabe gemeistert haben. Wahrnehmen kann man die tierischen Begleiter mit entsprechend ausgebildeten Hellsinnen oder im Rahmen von schamanischen Reisen.

Sehr aufgeregt machte ich mich also mit den anderen Teilnehmern auf meine erste schamanische Reise. Meine Gedanken gingen wirr durcheinander. Ich fragte mich, ob ich das überhaupt kann, was ich eigentlich hier tue und ob ich langsam völlig verrückt werde. Ob ich jetzt endgültig zur verrückten Spinnerin werde, der man in Zukunft alles aufschwatzen kann.

Das Trommeln der Schamanin begann. Mit verbundenen Augen lagen wir alle auf Matten, hatten ein kuscheliges Kissen unterm Kopf und waren bequem in Decken gehüllt. Ich lauschte dem gleichmäßigen Trommelschlag. Die Monotonie der Klänge sank gleichmäßig in mein Bewusstsein. Bum. Bum. Bum. Bum. Bum. Bum. Bum.

Meine Gedanken entspannten sich etwas. Ich stellte mir vor, an einem Platz der Kindheit am Wasser zu sein. Mein Eingang in die Unterwelt sollte im Wasser sein. In meiner Imagination machte ich mich auf, ging durchs Wasser und durch den Tunnel nach unten. Auch hier kamen wieder Gedanken hoch, ich bilde mir das alles nur ein, etc.

Doch dann kam ich unten an. Auf einem wunderschönen Platz in einem Wald. Ich stand auf einer erhöhten Ebene, die mit vier aufeinander zu laufenden Holzstegen ausgestattet waren. In der Mitte, wo sie zusammentrafen, war ein wunderschönes Muster in Holz gefasst. Ich fühlte mich wie im Elbenreich von Herr der Ringe. Überall dichte hohe Bäume.

Und dann stand er da. Der Elch. Und ich traute meinen Augen kaum. Und die Zweifel kamen hoch, weil es vor der Reise hieß, man sollte offen sein. Nicht jeder Mensch hätte einen Hirsch oder einen Bär als tierischen Begleiter. So zweifelte ich wieder und überlegte, ob das alles nur aus meinen Wunsch heraus entstand. Und doch stand er da. Der Elch. Der zur Familie der Hirsche gehört.

Ich fragte ihn, wie gelernt: „Bist du mein Krafttier?“
Er antwortete: „Ja.“
Ich wiederholte die Frage, wieder wie gelernt: „Bist du wirklich mein Krafttier?“
Er antwortete: „Jaaa.“
Und zum dritten Mal stellte ich die Frage, wie uns aufgetragen wurde.
Da sagte er: „So nimm mich doch endlich an. Worauf wartest du denn?“

Und so ging ich hin und streichelte zögerlich seinen Kopf. Wärme durchströmte mich. Liebe. Geborgenheit und Freude. Ich stieg auf seinen Rücken und er trug mich über den Platz. Am Ende der Erhöhung erhob er sich in die Lüfte und flog mit mir durch den Wald. Hinauf und hinunter. So lange, bis ich das Rückholsignal der Trommel hörte.

Bis heute war das eines der schönsten Erlebnisse überhaupt. Was für ein wundervolles Geschenk eine schamanische Reise sein kann! Was für eine Begegnung.

Der Elch und der Hirsch

Der Elch hat mich in meiner schamanischen Reise in der Anderswelt begrüßt. So fing alles an.

Seitdem ist viel passiert. Weit bin ich gegangen. So bin ich wieder nach Hause gekommen. Nach Hause zu mir. Nach Hause zu meinem wahren Kern im Herzen. Zu meinesgleichen.

Der Elch hat sich seitdem nur noch einmal gezeigt. Das Bild von ihm hat sich gewandelt. Heute sieht er wie ein Hirsch aus. So zeigt er sich mir oft. Wenn er mir den Weg zeigen und mich in so manchen Tun bestätigen möchte, erscheint er mir. Wenn ich ihn um Hilfe bitte, zeigt er sich. Manchmal ist er nah und manchmal fern.

Von Herzen Danke an alle Tiere für ihr Sein, die unser Leben hier so unglaublich bereichern! Was wären wir nur ohne euch…

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